HSP (Wenn ich lieb)

Es gibt Worte, die hören wir nicht gern über uns selbst. Weil wir sie ein Leben lang hören mussten und das Gefühl hatten, dass wir aufgrund dieser Zuschreibungen abgelehnt wurden. Mein Wort war immer “sensibel”. Also habe ich versucht, “funktional” zu sein, was ich auch wirklich geworden bin. Und gleichzeitig habe ich über mich selbst gelernt, dass ich eben einfach stärkere Gefühlswelten habe als viele Menschen um mich herum und dass es nichts bringt, das zu verleugnen oder zu ignorieren, weil sich diese Gefühlswelten sonst andere Kanäle buddeln. Ich kann nur in mich hineinfühlen, versuchen zu verstehen, was diese Gefühle bedeuten und über Jahre ein Wörterbuch für sie zu erstellen. Wahrscheinlich kann ich deshalb auch Gefühle in anderen lesen, als wären sie eine ausgeschriebene Sprache, was vielen Menschen um mich herum unheimlich ist. Aber es ist eben so: Wenn ich liebe, liebe ich stark. Wenn ich traurig bin, erschüttert es meinen ganzen Körper. Ich denke, ich kann jetzt damit leben, sensibel zu sein. Und seit ich zu mir stehe, kann ich es auch besser erklären und kommunizieren, was mit mir los ist. Am Ende bin ich meinem Seismographenherz sehr dankbar, denn ich wüsste ich sehr viel weniger über die Welt und überdies schriebe ich keine Lieder…

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